Evangelische Kirchengemeinde Diebach-Faulenberg-Oestheim
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Pfarrer Jürgen Henrich

 

Sekretärin Martina Hofacker steht Ihnen mittwochs von 14-16:30 und donnerstags in der Zeit von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr zur Verfügung.

 

 

 

G e i s t l i c h e s   W o r t

Wo ihr aber in ein Haus eintretet, sagt als Erstes: „Friede diesem Haus!“ (Lukas 10, 5)

Etwas irritiert schaut mich mein Bekannter an, als er mir die Tür öffnet und ich ihn diesmal mit den Worten „Friede sei mit diesem Haus!“ begrüße. Ich versuche dabei möglichst aufheiternd zu wirken, damit ich ihm nicht etwa zu nahe trete mit diesem guten Wunsch. Wohnten wir in Israel, niemand würde sich wundern über ein schwungvolles „Shalom“!

Legt sich bei dem Wunsch nach Frieden nicht gleich die Vermutung nahe, dass gerader dieser wohl diesem Haus zu fehlen scheint? Oder macht sich hier deutlich, dass da jemand kommt, der Gutes bringt? Gutes, das etwa bedeutet: „Keine Angst, ich bin in friedlicher Absicht gekommen.“ ~

Frieden – welchen Klang hat das Wort in unseren Ohren? Wir selbst haben uns an die friedliche Zeiten hierzulande gut gewöhnt. Herrscht Frieden, könnte man meinen, ist fast die Gefahr da, es könnte etwas zu langweilig werden. Alles geht so dahin, alles ist in schöner Ordnung, man lebt so vor sich hin.

Was Frieden bedeutet, kann besonders gut derjenige wahrnehmen, der selbst Chaos, Streit, Angriffe, Krieg erlebt oder erlebt hat. Dann erst beginnt das Sehnen nach Frieden, der dem Hass und den Anfeindungen ein Ende setzt.

„Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Freudenboten, die da Frieden verkündigen, Gutes predigen, Heil verkünden.“ schreibt der Prophet Jesaja im 52. Kapitel. Wie schön ist es, miteinander im Einklang zu leben – wieviel Gutes kann geschehen, wo Menschen sich immer wieder um Frieden miteinander bemühen. Dass Frieden etwa meint, es müsse völlig spannungsfrei und allzeit harmonisch zugehen, ist ein großes Missverständnis.

Wenn die ersten AnhängerInnen Jesu „Friede sei mit diesem Hause“ wünschten, dann wollten sie das weiter tragen, was sie mit Jesus erlebt hatten. Jesus wollte und will mit den Menschen das Reich Gottes auf Erden aufbauen, ein Friedensreich. Nicht ein fernes Reich, das mich vielleicht erwartet, nachdem ich schon gestorben bin. Eine Welt, in der Menschen einander tragen und trösten, sich gegenseitig lieben und aushalten, auch wenn es schwierig wird. Eine Welt, in der man Fehler machen darf, in der Menschen sich und anderen immer wieder eine neue Chance geben, in der jeder Tag ein neuer Anfang sein kann. Ein Leben, in dem ich mich geliebt, wertgeschätzt und geachtet fühle, und zwar um meiner selbst willen, nicht meiner Leistung oder meines Aussehens wegen.

Jesus hat seinen Freunden und Freundinnen immer wieder klar gemacht, dass sie Gott ihr Leben ganz anvertrauen sollen und können, weil Gott sie trägt. Gott ist die Liebe. Im täglichen Hinwenden zu Gott empfange ich diese Liebe. Ich brauche sie, um mit mir und anderen Menschen auch wirklich liebevoll umzugehen und Frieden zu schaffen, zu leben. Mein eigener Vorrat an Liebe kommt schnell zum Ende. Ihn mir täglich neu auffüllen zu lassen und um neuen Vorrat zu bitten, das meint zu glauben. ~

Wenn ich ein Haus betrete, kann ich diesem Hause auch im Stillen Frieden wünschen. Es kann mich selbst auch daran erinnern, mit zu diesem Frieden beizutragen. Oder vielleicht wäre so ein Gruß auch ein guter Wunsch zum Abschied, den man hinterlässt, bis man sich wieder sieht?

 

Ihr Pfarrer Jürgen Henrich

 

 

 

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